Echt genug
Kein Chaos,
kein Retter,
kein „lass mich dich heilen“.
Ich such jemanden,
der bleibt,
wenn es still wird
und niemand etwas beweist.
Mein Type weiß,
wie man funktioniert,
wenn innen nichts mehr geht,
wie man lächelt, liefert, weitermacht
und genau weiß,
wie sehr das einen bricht.
Dieses Funktionieren
ist keine Stärke,
es ist Übung,
Überleben mit geradem Rücken
und zu wenig Gefühlen.
Ich brauch niemanden,
der laut ist
oder immer alles weiß.
Ich brauch jemanden,
der zuhört
und bleibt,
auch wenn die Antwort uns zerreißt.
Der nicht rennt,
wenn es leise wird,
nicht geht,
wenn es echt wird,
der keine Sätze sagt,
die nachts gut klingen
und morgens hohl sind.
Kein Retter,
kein Chaos,
einfach jemand,
der da ist.
Wir sitzen nebeneinander,
müde auf unsere Art,
Zeit verliert an Bedeutung,
die Welt draußen scheiß egal.
Manchmal reden wir nicht,
manchmal lachen wir über Leere,
und genau das lindert die Schwere.
Wir müssen uns nichts erklären.
Wir erkennen uns
im Rückzug,
weil er uns gut tut.
Wir tragen dieselbe Müdigkeit,
nicht schön,
aber ehrlich genug,
um sich darin zu vereinen.
Mein Type sieht meine Masken
und macht nichts daraus,
bleibt sitzen, hält aus
und ist mir manchmal ein Stück voraus.
Wir erkennen uns nicht an Worten,
sondern an Pausen,
an dem Moment,
in dem das Funktionieren kurz aussetzt
und wir einander ein Zuhaus sind.
Ich brauch keinen,
der mich braucht,
ich brauch einen,
der mich wählt,
nicht aus Leere,
nicht aus Schwere.
Jemand, dem ich vertraue,
der Taten vor Worten wählt,
teilt statt nimmt,
gemeinsam stark.
Kein Feuerwerk,
eher Glut,
keine falsche Leidenschaft.
Nur wir,
auch wenn es dunkel wird.
04.02.2026